Klimaanalyse 2016

Abbildung zeigt die lufthygienisch hochbelasteten Bereiche:
die Straßen zwischen Hauptbahnhof-AOK Knoten-Lederstraße

Stadt Reutlingen – Fakten der Gesamtstädtische Klimaanalyse 2016:

-> Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in Reutlingen ist geringer als im Kessel von Stuttgart!

-> Gleich 3x wird davor gewarnt: Hochhäuser gefährden den Luftaustausch in der Kernstadt

-> Hohe Temperaturen in der Kernstadt, große Bäume würden helfen!

-> NO2 vor allem an den Hauptstraßen, hohe Konzentrationen bei hoher Randbebauung!

 

Auszüge aus dem Bericht (Link zum Bericht)

Durchschnittliche Windgeschwindigkeiten der Messstationen im Vergleich:
• Reutlingen Pomologie (LUBW) (1995-2015): 1,4 m/s
• Stuttgart-Zentrum (2010-2014): 1,8 m/s.

-> Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in Reutlingen ist geringer als im Kessel von Stuttgart!

Zusammenfassung Sicherung des lokalen Luftaustauschs
Der Sicherung des lokalen Luftaustauschs kommt insbesondere in thermisch und lufthygienisch belasteten Bereichen wie der Kernstadt von Reutlingen eine sehr große Bedeutung zu.

Bauwerke, die ihre Umgebung wesentlich überragen, tragen generell zu größerer Turbulenz und damit zur Verringerung der übergeordneten Windgeschwindigkeiten und Durchlüftung der Stadt bei. Lokal erfolgt demnach eine stärkere vertikale Durchmischung der Luft auf Kosten der horizontalen Windgeschwindigkeit und damit der Reichweite von Kaltluftströmungen. Zu-sätzlich sind aber auch Verschattung- und Düseneffekte möglich.

Daher ist zum Erhalt des für weite Teile der Kernstadt klimatisch und lufthygienisch überaus bedeutsamen Kaltluftstroms aus dem Echaz- und Arbachtal im Talraum auf eine strömungs-dynamisch optimierte Bebauung zu achten. Diese ist im Wesentlichen geprägt durch eine Ausrichtung der Baukörper in Strömungsrichtung, eine möglichst einheitliche Verdrängungshöhe (Bauhöhe) und möglich geringe Rauigkeit, sodass die städtische Bebauung insgesamt vom Kaltluftstrom leicht überströmt werden kann.

Temperaturen in Reutlingen

Die höchsten Temperaturen wurden erwartungsgemäß in den aufgeheizten Innenstadtbereichen bzw. den Gewerbe- bzw. Industriegebieten gemessen, während die niedrigsten Tempe-raturen im Bereich des unbebauten Breitenbachtals bzw. der Kreuzeiche am Stadtrand gemessen wurden. Die größte gemessene Temperaturdifferenz zwischen Stadt und Umland betrug 8,3 °C (siehe Tabelle 6), was die Intensität der städtischen Wärmebelastung sehr verdeutlicht.

Die Modellrechnungen weisen bei starker Sonneneinstrahlung am Nachmittag (16:00 Uhr) insbesondere Straßen-, Beton- und Pflasterflächen in unbeschatteten Lagen einzelner Straßenzüge, des Oskar-Kalbfell-Platzes oder im Bereich um die Stadthalle Oberflächentemperaturen von über 50 °C aus.

Wo hohe Bäume Schatten bieten wie etwa im Nordteil des Volksparks, sind die Temperaturen deutlich geringer.

Lufthygiene NO2 (Verkehrsbelastete Straßen)
… ist mit erhöhten Schadstoffbelastungen zu rechnen, besonders wenn die dortigen Austauschbedingungen durch Randbebauung und Vegetation zusätzlich herabgesetzt sind (insb. Lederstraße und Karlstraße) oder im Rahmen von Planungen herabgesetzt werden könnten.

 

Weitere Hochhäuser -> bedeutet: weniger Luftaustausch -> bedeutet: nachhaltig schlechtere Luft!

Hochhäuser in der Kernstadt sind damit faktisch nicht zu vertreten.

Was sagen Sie dazu?